Licht für Kenia

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Die zwei Seiten eines Landes

Viele Menschen kennen nur die eine Seite von Kenia: Als eines der touristischen Hauptziele Afrikas begeistert das Land mit seiner Tierwelt in Nationalparks wie Amboseli und Masai Mara sowie seinen traumhaften Stränden am Indischen Ozean. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Touristen auch aus Europa und begeistern sich zu Recht bei einer Safari-Tour oder beim Strandurlaub. Dem Touristen bietet Kenia neben seinen großartigen Landschaften aber auch hervorragende Hotelanlagen mit freundlichem Personal. Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für Kenia und bietet Tausenden Menschen Arbeitsplätze. Diese Seite von Kenia ist also wichtig. Und es ist zweifellos schön und richtig, Kenia zu besuchen!

Aber es ist eben nur die eine Seite von Kenia! Die andere Seite zeigt das Land als eines der ärmsten von Afrika. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei rund 480 US-Dollar pro Jahr. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung leben in absoluter Armut. Schätzungsweise 30 Prozent der Bevölkerung sind mit AIDS infiziert.

Zwar bietet der kenianische Staat eine schulische Grundausbildung für jedes Kind. Aber die Schulen sind insbesondere auf dem Land oft weit entfernt. Bis zu 120 Schüler werden dann in einer Klasse unterrichtet. Auf den ersten Blick wirkt das Leben auf dem Land idyllisch. Doch der Alltag hier ist hart: Die Menschen leben nur vom wenigen, was die Natur gibt. Um das notwendige Wasser herbeizuschaffen sind oft kilometerweite Fußmärsche notwendig. Daher ziehen viele junge Menschen in die Städte, vor allem nach Nairobi und Mombasa, und hoffen dort auf eine Lebensperspektive.

Ohne entsprechende Ausbildung haben junge Kenianer aber faktisch keine Chance auf einen guten, sicheren Arbeitsplatz. Und so landen sie nicht selten in den Slum-Gebieten der Städte. Ein erschreckendes Beispiel dafür ist Kibera. Geschätzte zwei Millionen Menschen leben hier auf engstem Raum unter unvorstellbaren Bedingungen – und hoffen jeden Tag auf eine Arbeit in der nahen Innenstadt von Nairobi.